The Notwist

Ein paar nebensächliche Beobachtungen von gestern Abend nach langer Zeit der Konzert-Abstinenz:

  • Das selbst ausgedruckte Ticket wird, obwohl ein Barcode draufgedruckt ist, per Sichtkontrolle gecheckt („Stimmt der Bandname?“), vom Einlasser geübt in Form gefaltet und per Einriss entwertet. Ihr hättet alle mitkommen können!
  • Fünf der sechs Bandmitglieder tragen Brille. Nerds halt.
  • Es kommen immer noch die alten Wii-Controller zum Einsatz. Ich dachte da gäb’s mittlerweile was Neueres.
  • Die aufgestellten Fender Verstärker haben alle ein grün leuchtendes Display. Nur dem Vox AC30 sieht man sein – wahrscheinlich neues – Produktionsdatum nicht an.
  • Offensichtlich muss immer noch jemand bühnentaugliche Strap Locks erfinden um die Gurte sicher an den Gitarren zu halten. Bei The Notwist erledigen das breite Streifen schwarzen Klebebandes (was den Thinline-Teles nun wirklich nicht gut steht)
  • Es war toll. Toll, toll!

In Anlehnung an das Techniktagebuch möchte ich hier in loser Folge von meinen kleinen und größeren Widrigkeiten mit technischen Apparaten berichten…

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul

Ein kleines Tablet habe ich geschenkt bekommen. Juhu.

Der Vorbesitzer hat keine Verwendung dafür gefunden und wollte mir eine Freude machen. Kaum gebraucht also. Neupreis vor einem Jahr: 300 Euro. Jetzt kann man es noch für 200 erwerben. Ich habe für so etwas Verwendung.

Also fix über Nacht an die Ladestation gehängt, Schalter gedrückt und es passiert: Nix.
Meine Suchmaschine sagt, ich soll eine Taste 20 Sekunden gedrückt halten: Nix.
Meine Suchmaschine sagt weiter, ich soll mehrere Tasten 40 Sekunden gedrückt halten: Nix.
Meine Suchmaschine sagt auch, ich soll es an einen Rechner anschließen, ein paar Stunden warten und mehrere Tasten einen gewissen Zeitraum drücken: Nix.

Blöd. Offensichtlich ist der Akku hin – und an den kommt man ja nicht mehr ran heutzutage…

Also: Hersteller kontaktiert. Der sagt, die Garantie ist abgelaufen (seit einem Monat!) und ich kann es einschicken, dann bekomme ich einen Kostenvoranschlag. Der (nicht die Reparatur) kostet 69 Euro – wird aber bei Auftrag angerechnet.
Ich rechne und mache erstmal: Nix.

Und jetzt kommt’s: Meine Suchmaschine sagt irgendwann, man könne die Rückwand einfach abnehmen und dann könne man den Akku einfach ausstecken (ohne Spezialwerkzeugt oder so). Ach, was! Gesagt, getan. Akku durchgemessen: Tot. Neuen Akku auf Versteigerungsportal bestellt und erhalten (50 Euro), eingebaut – und es passiert:

Es geht! Super! Einfach so.

Wer hätte das gedacht?

Nein, es ist kein Apple Produkt.


In Anlehnung an das Techniktagebuch möchte ich hier in loser Folge von meinen kleinen und größeren Widrigkeiten mit technischen Apparaten berichten…

Zeitunglesen digital

Wie bereits erwähnt, lese ich Bücher am liebsten digital. Jetzt habe ich (mal wieder) einen Versuch gemacht dies auch mit meiner Frühstückslektüre, der Süddeutschen Zeitung zu tun. Auf dem iPad.

Die App macht einen ausgereiften Eindruck. Die Ausgabe ist schnell heruntergeladen (OK, die Zeitung aus dem Briefkasten zu fischen geht noch einen tacken schneller). Man gewöhnt sich schnell an die Navigation. Das ist seit meinem letzten Versuch vor zwei, drei Jahren besser geworden – alles easy. Auch die Zusatzinhalte sind spaßig. Mal eben dem Sohnemann einen eingebetteten Filmtrailer zeigen oder die nicht enden wollende Oskar Kokoschka Bildergalerie durchblättern – in der Druckausgabe ist nur eins abgebildet. Das ist schon sehr schön.

Warum es trotzdem nicht geht:
Der Bildschirm blendet meine noch müden Augen. Wenn ich die Helligkeit runter drehe, nehmen die Spiegelungen die Oberhand.
Die Druckausgabe knautsche ich zwischen Kaffeetasse und Marmeladenglas. Oder ich falte mir den Artikel zurecht, lehne mich zurück, in der einen Hand die Zeitung, in der anderen den Kaffee.
Das iPad liegt flach auf dem Tisch irgendwo leicht links von mir – es sollen ja keine Krümel drauf – und ich merke schon beim Lesen wie sich mein Nacken versteift. Einhändig lesen ist also nicht. Ich brauche, wenn ich das Ding halte beide Hände.
Und so lese ich Zeitung: Zunächst scanne ich die Überschriften, wenn mich was interessiert, klicke ich auf den Artikel – weiß aber nicht, was mich erwartet. Fünf Sätze oder eine ganze (analoge) Zeitungsseite. Letzteres hebe ich mir meist für Abends auf. Also: erstmal runterscrollen und abschätzen ob es sich lohnt (was gar nicht so einfach ist) und ggf. Lesezeichen für den Feierabend setzen. Das nervt schonmal, weil ich beim Lesen technisch denken muss. Und abends schnappe ich mir die digitale Zeitung und fleze auf dem Sofa. Und auch hier gilt: Das Ding ist zu schwer und einhändig nicht zu bedienen. Also greife ich zu Papier: Ich sehe die Artikel-Überschrift, kann den Umfang sofort sehen, kann schon anhand der Bilder und Zwischenüberschriften erfassen ob ich das lesen möchte – im Zweifel lese ich quer und blättere weiter. Das macht auf dem iPad einfach keinen Spaß. Ich gebe auf.

Tagsüber, am Rechner, lese ich sehr wohl viel am Bildschirm – aber wenn ich einen langen Artikel finde, der mich interessiert, mach ich mir daraus fix ein PDF und schicke es auf meinen kindle. Das Ding ist leicht, der Bildschirm ermüdet meine Augen nicht und ich habe das, was mich wirklich interessiert schon vom Büro nach Hause gebeamt.

Genauso werde ich wohl auch den krautreporter lesen, wenn er denn heute Nacht hoffentlich die erforderliche Zahl an Abonnenten generiert. Und darauf freue ich mich. Und jeden Morgen auf die manchmal durchnässte oder eingerissene oder gar nicht gelieferte Tageszeitung.


In Anlehnung an das Techniktagebuch möchte ich hier in loser Folge von meinen kleinen und größeren Widrigkeiten mit technischen Apparaten berichten…