Brauchen wir eine Facebook Gewerkschaft?

http://www.geographics.cz/socialMap/

15. Dezember 2011 Social Media 1 Kommentar

Eigentlich wollte ich zum Launch der Timline (Chronik) dies hier schreiben – und es dann sein lassen:

Facebook Timeline freigeschaltet - Oder: Heute ist in China ein Sack Reis umgefallen.

Aber so einfach ist es dann doch nicht. Facebook hat weltweit 800 Millionen aktive User, 50% davon nutzen es täglich (Vgl. hier). In Deutschland sind es über 10 Millionen Nutzer, immerhin 13% der Bevölkerung (Vgl. hier). Dies ist übrigens noch ein vergleichsweise geringer Bevölkerungsanteil. In Frankreich sind es 30% in den USA 42% und in Island 59%.

Facebook wird häufiger besucht als Google. Es gibt “Freunde” von denen ich keine Mailadresse kenne, sondern die (offensichtlich) ausschließlich über Facebook kommunizieren. Und ich bin davon überzeugt, dass es auch Nutzer gibt, die glauben im Internet zu sein und eigentlich Facebook meinen. Denn das ist das Ziel dieser Plattform: Die Beherrschung des Netzes. Das kann man u.a. an den Diskussionen über Datenschutz beim “Like Button”, den Umgang mit Daten im Allgemeinen und einem zunehmenden Unmut der Nutzer über das Reaktionsverhalten von Facebook darauf ablesen.

Auch der Konkurrenzdruck, der sich durch Google+ dem Platzhirschen der Sozialen Netzwerke eingestellt hat, hat noch nicht wirklich etwas substantielles verändert. Ein paar Zugeständnisse an die Nutzer um die Privatsphäre besser zu kontrollieren – und das war’s.

Und das User-Interface: Unübersichtlich, nicht zu verstehen, einfach schlecht designed.

Nun, und jetzt hat Facebook die Timeline eingeführt. Es haben sich Datenschützer gefunden, die Facebook sogar dafür loben, dass die Anwender nicht sofort gezwungen sind, diese zu Nutzen. Oh jeh. Die Transparenz, die ein Leben auf der Timeline dem Einzelnen aufbürdet, kann dieser gar nicht einschätzen.

Da ist es kein Wunder, dass einige Nutzer dies überdrüssig werden. Ja, von einer Facebook Müdigkeit ist die Rede.

Die Macht, die Facebook allein durch die schiere Zahl von angemeldeten Usern hat. Menschen die Facebook in ihr Leben eingebaut haben wie Kaffee trinken oder telefonieren (ach nein, das tun die ja gar nicht mehr…) sollte doch die Benutzer stutzig machen. Sie sollten aufbegehren gegen eine solche Übermacht. Sie können sich über Facebook nicht in anderen Sozialen Netzwerken beschweren, weil sie dort keiner hört. Sie müssen es aus Facebook heraus tun.

Wir brauchen wohl so etwas wie eine Facebook-User-Gewerkschaft. Oder gehen halt rüber. Zu Google+

Ein Kommentar zu “Brauchen wir eine Facebook Gewerkschaft?”

  1. Klaus
    Man sollte lieber erwägen Facebook teilzuverstaatlichen ;) Das würde vielleicht allem am ehesten nutzen.

Kommentare wurden abgeschaltet.

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