Der Gefährte (Textmate alpha 2.0 erscheint)
14. Dezember 2011 Entwicklung Kommentieren
Man stelle sich vor es ist das Jahr 2007 und du kaufst dir einen Hammer. Nicht irgendeinen Hammer, sondern DEN Hammer1. Einen, den du gerne und täglich benutzt, der alles tut, was man von ihm erwartet und vieles mehr, wenn man es ihm beibringt. Ein Hammer, der sich cool und sexy und elegant anfühlt. Einer, für den du sogar neue Balken und Nägel2 kaufst, weil sie mit dem neuen Hammer nicht funktionieren.
Trotzdem kannst du es es in Zeiten des rasanten technischen Fortschritts nicht fassen, dass es auch nach, sagen wir, zwei Jahren kein Nachfolgemodell gibt, obwohl der erste ja so erfolgreich war. Nun, dann benutzt du eben den Alten weiter. Er tuts noch. Ist ja kaum abgenutzt.
Und dann, nach einiger Zeit dann eine Nachricht aus den Entwicklungslabors: Am Hammer 2.0 wird gearbeitet. Und er ist nicht nur neu und shiny sondern:
Und: 90% davon seien schon fertig. Es kann also nicht mehr lange dauern bis Du ihn endlich in den Händen hältst.
Das war im Juni 2009. Und was kam danach? Nichts. Der Entwickler, mutmaßt man, habe eine – äh – Entwicklungsblockade. Und dabei bleibt es. Lange. Sehr lange. Bis Gestern.
Und jetzt ist er da, der Hammer 2.04 und ich traue mich gerade aus Zeitmangel nicht mit einem neuen Hammer zu befassen. Wer weiß ob der auch so gut funktioniert wie der, den ich schon habe. Der Alte tut doch noch…
1) Textmate, ein Texteditor für Programmierer und Andere die mit Texten zu tun haben
2) Textmate läuft nur auf Mac OS
3) Ankündigung der neuen Version am 14. Juni 2009
4) Textmate Alpha 2.0 erscheint am 13.12.2011
TYPO3: Security Guide
12. Dezember 2011 CMS, Entwicklung Kommentieren
TYPO3 ist ein Monster. Ich verbinde mit diesem CM-System eine gewisse Hassliebe – und erkläre es immer mal wieder für tot um dann doch wieder gute Gründe zu haben darauf zu setzen. Was habe ich mir schon die Zähne daran ausgebissen an alten Installationen, die schon mehrere Entwickler-Generationen gesehen haben oder auch mit uralten Erweiterungen laufen. Und doch können selbst in schwierigen Fällen immer Lösungen gefunden werden. Es ist am Ende immer alles auffindbar und an seinem Platz. Und: Welches System kann schon von sich behaupten über 10 Jahre kontinuierlich weiterentwickelt worden zu sein. Außerdem ist es so weit verbreitet und beliebt, dass bei der Neuausrichtung von Webprojekten häufig TYPO3 als einziger Projekt-Baustein von Anfang an gesetzt ist.
Schon immer war die gute Dokumentation des Projektes ein Garant für den Erfolg von TYPO3. Die recht steile Lernkurve am Beginn der Einarbeitung kann damit schnell genommen werden. Diese Dokumentation wird nun durch ein sinnvolles Dokument ergänzt: dem Security Guide.
Dieser bietet nicht nur wertvolle Hinweise zur Pflege und Administration von TYPO3-Projekten sondern beinhaltet auch einen allgemeinen Ratgeber zu Angriffspunkten und potentiellen Sicherheitslöchern in Webanwendungen bis hin zu Backup-Strategien und Hinweisen zum Vorgehen im (Hacker-)Angriffsfall.
Zielgruppe dieses nützlichen Dokumentes sind nicht nur TYPO3-Administratoren, -Entwickler und -Integratoren sondern auch Redakteure die das Backend bedienen. Denn Sicherheit muss jeden angehen.
Lesen!
Schnörkel? Tasten!
7. Dezember 2011 Beratung Kommentieren
Das Erlernen des Schreibens in den Grundschulen wird zur Zeit heiß diskutiert. Nein, nicht das “ob” (obwohl – auch da sind einige offensichtlich nicht ganz so sicher) sondern das “wie”: Man muss sich nämlich mal klar machen, dass das Schreiben in den ersten Schuljahren im Grunde genommen zweimal gelernt wird: Zunächst die Druckschrift – mit dem Ziel das Lesenlernen zu unterstützen. Und dann irgendwann später die Schreibschrift mit der die Buchstaben dann zu einer flüssigen Handschrift verbunden werden.
In den Plädoyers für die “Grundschrift” erscheinen die Kinder schon angesichts kleiner Schnörkel und Verbindungsbögen als Figuren hoffnungsloser Überforderung und extrem geringer Frustrationstoleranz, deren feinmotorische Fähigkeiten und Auge-Hand-Koordination nur äußerst zart in Anspruch genommen werden dürfen.
Sieht man aber Grundschulkindern daheim beim Hantieren mit elektronischen Apparaturen und Tastaturen zu, erweisen sie sich als Virtuosen feinmotorischen Lernens und einer geradezu traumwandlerisch-spielerischen Auge-Hand-Koordination.
(Lasst die Schnörkel leben! SZ, 7.12.2012)
Nun, und da stellt sich tatsächlich die Frage: Ist es heutzutage noch nötig eine Schreibschrift zu erlernen? Oder reicht eine “Grundschrift” aus, die sich wenigstens etwas flüssiger schreiben lässt als einzelne Druckbuchstaben? Diese wird in Hamburg bereits an einigen Schulen als einzige Schrift in der Grundschule eingeführt. Mehr dazu an anderer Stelle.
Ich habe mir noch keine allerletzte Meinung gebildet, stelle aber fest, dass ich – außer für gelegentliche Notizen für den Eigenbedarf – kaum noch handschriftlich Texte verfasse. Wenn ich es doch einmal tue, nutze ich auch eine sehr eigene Mischung aus Schreibschrift- und Druckschrift-Elementen. Mein Schreib-Medium ist nunmal die Tastatur. Und ich denke, das geht heute Vielen so. Ich könnte mir also vorstellen, dass ein Verzicht auf die Schreibschrift durchaus möglich ist. So könnten Grundschulen die beim Erlernen einer zweiten Schrift eingesparten Unterrichtsstunden ja für den Erwerb von Medienkompetenz der Kinder nutzen. Und das fände ich ja mal echt angebracht. Auch – oder gerade – wenn der Umgang mit den neuen Medien so einfach erscheint.
Und wer die neue Grundschrift nicht (mehr) lernen möchte, kann diese als Computer-Font hier erwerben und per Tastatur eingeben. Ist das nicht toll?
