Leistungsschutzrecht: Webschau

28. Februar 2013 Allgemein Kommentare deaktiviert

Anlässlich der morgen anstehenden unsäglichen Entscheidung des Bundestages zum Leistungsschutzrecht, poste ich hier anstatt eines eigenen Kommentars ein paar lesenswerte Beiträge zum Thema:

heise.de: “Lex Google”: Schwarz-gelb will überarbeitetes Leistungsschutzrecht durchpauken

Sascha Lobo auf spon.de: Die Eigentorheit der Verlage

Stefan Niggemeier (alle Blog Beiträge von ihm zum Thema)

Markus Beckedahl auf netzpolitik.org: Journalisten gegen Leistungsschutzrechtsunsinn

Johannes Boie auf sueddeutsche.de: Streit mit Kettensäge statt Florett

Springer, Burda, Koalitionspolitiker: Fuck You Very Much!

 

 

for nerds only

26. Februar 2013 Entwicklung Kommentare deaktiviert

Eine großartige Idee: Ein Kreuzworträtsel mit regulären Ausdrücken. Gefunden auf nedbatchelder.com

grid

Ich denke ich muss mal eine längere Mittagspause einlegen. Im Zweifel hilf mir ja vielleicht die Lösung weiter

Das geht zurück (kindle ebook “Tiere essen”)

24. Januar 2013 Allgemein Kommentare deaktiviert

Vorweg: ich liebe es mittlerweile Bücher elektronisch zu lesen. Es ist bequem, augenfreundlich und alles. Dafür nehme ich sogar in Kauf DRM geschützte Inhalte zu “kaufen” – was ich bei Audio und Video immer vermieden habe. Ich nehme auch zähneknirschend in Kauf, dass die Verlage hierzulande die durch digitale Produktion eingesparten Produktionskosten nicht, oder nur in geringem Maße, an die Leser weitergeben. So kostet mich die kindle-Version von Jonathan Safran Foers “Tiere essen” genau die 9,99 die mich die Taschenbuchausgabe gekostet hätte (ja, der Mehrwertsteuersatz ist nicht der gleiche, aber Amazon verkauft ja, soweit ich weiß gar nicht nach dem deutschen Satz – und jetzt wird es kompliziert, deshalb kürze ich hier einfach ab.)
Was bekomme ich? Ein vom betreuenden Verlag Kiepenheuer & Witsch so schludrig hingehauenes Produkt, dass ich es zurückgegeben habe.
Zum Einen: es gibt keine (der Buchausgabe entsprechenden) Angabe von Seitenzahlen. Das ist für ein Sachbuch, aus dem man ggf. auch mal zitieren möchte, schon ein no-go. Klar, es gibt die amazon-eigenen “Positionen”, die sind aber mit nichts vergleichbar. Und üblich ist die Seitenangabe bei anderen Büchern durchaus.
Dann: für ein Sachbuch nicht ungewöhnlich gibt es drei Anhänge: die original Anmerkungen, Anmerkungen zu den im Text vorkommenen amerikanischen Besonderheiten und deren Gegenüberstellung mit Deutschland (von einer hiesigen Vegetarier oder Veganer Organisation hinzugefügt) und schließlich ein ausführliches Register. All diese Anmerkungen – wir befinden uns in der eBook Variante – verweisen, genau, auf Seitenzahlen des Buches. Diese gibt es nicht (s.o.). Seufz.
Es wäre sogar ein Leichtes gewesen, diese mit den entsprechenden Textstellen zu verlinken (das, lieber Kiwi-Verlag, ist eine der Schlüsseltechnologien die das Internet hervorgebracht hat und selbiges so erfolgreich macht, dass es euch vermutlich überleben wird). Das ist auch nicht geschehen. Seufz Seufz.
Das ganze Werk ist so völlig unbrauchbar. Es ist reiner Fließtext ohne Mehrwert. Ach, schlimmer noch, das gedruckte Buch ist in diesem Falle so überlegen dass ich mir dieses nun in einer Bibliothek besorgen werde. Mein Geld bekommt ihr nicht, liebe Verlagsmenschen (und bei amazon konnte ich es bereits erfolgreich zurückbuchen). Macht erstmal euern Job – wenn ihr ihn noch eine Weile behalten wollt.

Das wär mir was wert

6. Dezember 2012 Beratung, Optimierung Kommentare deaktiviert

Die Musik-Streamingdienste werden von einigen Künstlern wegen der geringen Einnahmen stark kritisiert. Ist der Ruf  “Fuck Spotify” berechtigt?

Nach und nach etablieren sich Musik-Streamingdienste wie Simfy oder Spotify mit ihren Flatrates um die 10 Euro/Monat. Und die Interpreten sorgen sich um ihre Einkünfte, da – im Falle von Spotify “nur” ca. 0,005 Dollar pro gespieltem Song (1/2 Cent) an die Künstler gehen. Das wirft Fragen auf.

Was verdienen denn Künstler an einem CD-Verkauf? Die Angaben schwanken – je nachdem wen man fragt – zwischen 64 Cent (4% bei einem Verkaufspreis von 15.99 €) und 1,96 € (12,27%). Bemerkenswert an dieser klassischen Form des Vertriebes ist, dass dieser Betrag einmalig beim Kauf anfällt. Unabhängig davon, wie oft die CD im Player landet. Und wenn die CD irgendwann wieder – als Gebrauchtware – auf den Markt geworfen wird, bekommt der Künstler: Null.
Gehen wir also einmal davon aus, dass ein Künstler, optimistisch gerechnet, etwa 1,5o € am Verkauf einer CD verdient.

Streaming ist gerecht

Wie sieht es beim Streaming aus? Bei – z.B. – Spotify erhält der Künstler einen kleinen Beitrag immer dann wenn der Titel tatsächlich gehört wird. Pro Titel. Wenn also 20 Titel am Tag (=600 im Monat) gehört werden, so gehen im Monat etwa drei Euro an die Künstler der tatsächlich gehörten Titel – was in etwa der Ausschüttung entspricht die ein Künstler erhielte, würde ich monatlich zwei CDs zum Vollpreis erwerben (ehrlichgesagt: die Jahre in denen ich insgesamt 24 CDs gekauft habe sind doch äußerst selten).

Werden CDs gehört?

So gesehen scheint sich tatsächlich nicht so dramatisch viel für die Künstler zu ändern. Bis auf die Tatsache dass das Abrechenmodell von Spotify in meinen Augen “gerechter” erscheint, weil es sich auf die tatsächlich gehörten Titel bezieht und nicht auf den Kauf auf Verdacht – wieviele CDs landeten denn nach zwei- dreimal Hören auf Nimmerwiedersehen im Regal?
Ehrlich gesagt glaube ich, dass im Wesentlichen das Marketing ein Problem mit der Abrechnung über tatsächlich gehörte Titel hat: Ein Künstler kann vermutlich nur kurze Zeit im Fokus der Aufmerksamkeit gehalten werden. CDs werden i.A. innerhalb weniger Wochen rausgehauen und es ist egal, ob das jemand ein halbes Jahr später noch mal anhört. Für die Künstler hat das natürlich auch Folgen insbesondere für One-Hit-Wonder – aber das sind schon wieder andere Überlegungen.

Jetzt wird es spannend

Das Spotify Abrechenmodell bietet, anders als der CD-Vertrieb, Luft nach oben. Wie wäre das: statt 10 € bezahle ich – freiwillig – 15 € im Monat (oder mehr) und die Differenz von 5 € wird unter den tatsächlich gehörten Künstlern aufgeteilt. Das würde ich tun um eben genau den Künstlern die ich höre einen angemessenen Betrag zukommen zu lassen um auch in Zukunft qualitativ hochwertige Musik hören zu können.
Bei 600 monatlich gehörten Titeln könnte der halbe Cent der an die Interpreten geht locker verdoppelt werden. Wie so was geht weiß flattr aus Malmö. Wir erinnern uns: Nach dem Motto “Das ist mir was Wert” wird ein monatlich eingezahlter Betrag auf die entsprechend markierten Inhalte (z.B. Blogartikel oder Beiträge aus der Online-taz) aufgeteilt.

Hoppla, die sitzen ja gleich bei Spotify (Stockholm) um die Ecke. Vielleicht sollten die mal reden!

 

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